Kompakter Schutz durch Hotmelt-Verfahren

In der Elektronikfertigung steigt der Bedarf an effizienten und robusten Vergusslösungen. Gerade dort, wo klassische Gehäuse oder Hochdruck-Spritzgussverfahren an ihre Grenzen stoßen, gewinnt ein Verfahren zunehmend an Bedeutung: Hotmelt-Verguss, auch bekannt als Low Pressure Moulding.

Was ist das Hotmelt-Verfahren?

Beim Hotmelt-Verguss wird ein thermoplastischer Kunststoff, meist ein spezieller Schmelzklebstoff, in geschmolzenem Zustand bei niedrigem Druck in eine Form eingespritzt, die eine Kabelverbindung, ein Steckersystem oder eine elektronische Baugruppe umgibt. Nach kurzer Zeit härtet das Material aus und bildet eine feste, schützende Hülle um das Bauteil.

Eigenschaften:

  • Niedriger Verarbeitungsdruck (1–40 bar) → ideal für empfindliche Elektronik
  • Kurze Zykluszeiten → schnelle Verarbeitung und Abkühlung
  • Hohe Haftung auf vielen Substraten (Kunststoffe, Metalle, Leiterplatten)
  • Temperatur- & chemikalienbeständig

Typische Anwendungsbereiche

Das Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Bauteile vor Umwelteinflüssen geschützt, gleichzeitig aber platzsparend und kosteneffizient verarbeitet werden sollen.
Beispiele:

  • Elektronikverguss – Schutz sensibler Bauteile vor Feuchtigkeit, Staub und Vibration
  • Sensorverkapselung – vor allem in rauen Umgebungen oder mobilen Systemen
  • Kabelverguss / Kabelendumspritzung
  • Umspritzung von Steckverbindern, z. B. für Automotive- oder Outdoor-Anwendungen
  • Prototypen & Kleinserien dank vergleichsweise günstiger Werkzeugkosten

Gerade bei komplexen oder platzkritischen Anwendungen kann Hotmelt eine interessante Alternative zu klassischen Gussverfahren oder Gehäuselösungen darstellen.

Für welche Unternehmen ist das Hotmelt Verfahren interessant?

Hotmelt eignet sich besonders für:

  • Unternehmen, die hohe Anforderungen an die Umweltbeständigkeit ihrer Produkte stellen
  • Anwendungen mit hoher Varianz oder kleineren/mittleren Stückzahlen
  • Projekte, bei denen klassische Kunststoffgehäuse oder Potting-Lösungen zu unflexibel oder zu teuer sind
  • Entwicklungsteams, die schnell Prototypen oder Varianten absichern möchten

Vorteile des Hotmelt-Verfahrens

  • Schonend für Elektronik: Der niedrige Einspritzdruck schützt empfindliche Bauteile.
  • Schneller Prozess: Das Material härtet ohne Nachbehandlung in wenigen Sekunden aus.
  • Günstige Werkzeuge: Formen sind einfach herzustellen und ideal für Kleinserien.
  • Zuverlässiger Schutz: Gute Abdichtung gegen Feuchtigkeit, Staub und mechanische Belastung.
  • Saubere Verarbeitung: Der Prozess ist lösungsmittelfrei und nahezu rückstandslos.

X Grenzen des Hotmelt-Verfahrens

  • Begrenzte Hitzebeständigkeit: Für hohe Temperaturen ist Hotmelt oft nicht geeignet.
  • Geringere Festigkeit: Die mechanische Belastbarkeit ist begrenzt.
  • Haftungsprobleme möglich: Nicht alle Materialien haften ohne Vorbehandlung gut.
  • Nicht für feine Details: Komplexe, filigrane Geometrien sind schwer umsetzbar.
  • Materialkosten: Die Granulate können bei großen Stückzahlen teuer sein.

Das Hotmelt-Verfahren kombiniert Effizienz, Schutz und Designfreiheit bei vergleichsweise überschaubarem technischem Aufwand. Vor allem in modernen, miniaturisierten Anwendungen zeigt das Verfahren seine Stärken.

Wir beobachten die Entwicklung des Hotmelt-Vergusses mit großem Interesse und prüfen aktuell, inwieweit das Verfahren eine sinnvolle Ergänzung für ausgewählte Kundenanwendungen darstellen kann.

Wenn Sie konkrete Anwendungsfälle oder Interesse an dem Thema Hotmelt-Verfahren haben, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung.

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